Bäume im Garten richtig einpflanzen – so geht’s

Letztes Update: 22.04.24

 

Bäume sind nicht nur majestätische Schönheiten, die unseren Garten bereichern, sondern sie sind auch nützlich und sinnvoll. Sie reinigen die Luft, bieten Lebensraum für zahlreiche Organismen, spenden Schatten und schaffen ein Mikroklima, das für Mensch und Natur gleichermaßen wohltuend ist. 

Doch wie pflanzt man Bäume korrekt und welcher Baum passt am besten in Ihren eigenen Garten? In diesem Artikel erklären wir Ihnen, worauf Sie achten müssen, wenn Sie Bäume im Garten einpflanzen möchten.

 

Das richtige Einpflanzen: Das A und O für einen gesunden Baum

Ein gesunder Start eines Baumes beginnt mit der sorgfältigen Vorbereitung des Pflanzlochs. Es sollte etwa doppelt so breit und 1,5-mal so tief wie der Wurzelballen des Baumes sein. Ein gut durchlässiger Boden verhindert Staunässe. Ist der ausgehobene Boden zu lehmig oder sandig, lohnt es sich, ihn mit reifem Kompost oder hochwertiger Blumenerde zu mischen. Nach dem Setzen des Baumes ist es wichtig, den Baum gründlich zu gießen, um den Kontakt zwischen Erde und Wurzel zu optimieren und Lufteinschlüsse zu entfernen.

 

Baumarten und ihre Ansprüche

Bäume lassen sich grob vereinfacht in diese vier Kategorien einteilen. Sie haben unterschiedliche Eigenschaften und sind daher für verschiedene Einsatzbereiche besser oder schlechter geeignet.

• Laubbäume, wie die Buche oder der Ahorn, zeichnen sich durch ihr jährliches Laubspiel aus. Sie bieten im Sommer Schatten und lassen im Winter Licht in den Garten. Diese Bäume kommen mit gemäßigtem Klima und unterschiedlichen Bodenbedingungen gut zurecht, so dass sie sich in fast jeden Garten integrieren lassen. 

• Immergrüne Bäume, wie die Tanne oder Kiefer, behalten das ganze Jahr über ihre Nadeln. Sie sind besonders pflegeleicht und bieten Sichtschutz, können aber auch den Boden versauern und anderen Pflanzen Licht nehmen. Überlegen Sie daher gut, wo genau Sie immergrüne Bäume platzieren und berücksichtigen Sie ihre übrige Gartenplanung. 

• Obstbäume, wie Apfel oder Kirschbaum, sind besonders für Gartenbesitzer interessant, die sich über selbstgeerntete Früchte freuen möchten. Sie benötigen sonnige Standorte und regelmäßigen Schnitt, um eine gute Ernte zu garantieren. Sie sind also mit etwas mehr Arbeit verbunden, als andere Bäume. 

• Exotische Bäume, wie der Ginkgo oder bestimmte Palmenarten, bringen eine besondere Note in den Garten. Ihre Ansprüche an Klima und Boden können jedoch höher sein, und manche benötigen Schutz im Winter. Das kann so weit gehen, dass Sie sie in einem großen Blumentopf anpflanzen müssen, um sie überwintern zu lassen.

 

Topfbäume und ihre Besonderheiten

Einige Bäume, besonders exotische Arten, werden am besten im Topf gehalten. Das ermöglicht es, sie in den Wintermonaten an einen frostfreien Ort zu bringen. Hier ist es jedoch wichtig, auf eine ausreichend große Topfgröße zu achten und ein gutes Abflusssystem für Wasser zu haben.

 

Der Vorteil von bereits vorgezogenen Bäumen

Besonders bei Obstbäumen kann es sinnvoll sein, wenn Sie bereits vorgezogene, große Obstbäume kaufen. Der offensichtlichste Vorteil ist die Zeitersparnis. Statt Jahre zu warten, bis ein kleiner Setzling Früchte trägt oder Schatten spendet, profitieren Sie bei größeren Bäumen bereits nach kurzer Zeit von ihren Vorzügen. Zudem sind solche Bäume oft schon in ihrer Form ausgebildet und robuster gegenüber Krankheiten und Schädlingen. Allerdings liegen sie preislich auch auf einem höheren Niveau als kleine Setzlinge. 

 

Baumschnitt und Pflege

Die Pflege, besonders in den ersten Jahren, entscheidet über das Wachstum und die Gesundheit des Baumes. Während man Jungbäume in den ersten Jahren eher weniger schneidet, benötigen reife Bäume, besonders Obstbäume, einen regelmäßigen Schnitt. Das Entfernen von überkreuzten oder abgestorbenen Ästen fördert die Vitalität und kann die Ernte verbessern. 

Der optimale Zeitpunkt für den Baumschnitt hängt von der Baumart und dem Ziel des Schnitts ab. Es gibt aber allgemeine Richtlinien für die meisten Bäume und Sträucher:

Laubbäume: werden zweimal im Jahr geschnitten und beide Schnitte dienen unterschiedlichen Zwecken:

• Winterschnitt (Dezember bis Februar): Die Bäume sind in der Winterruhe, und der Saftfluss ist minimal. Der Schnitt kann jetzt leichter verheilen, und Krankheiten werden weniger übertragen. Dies ist oft die beste Zeit für formgebende oder verjüngende Schnitte.

• Sommerschnitt (Juli bis August): Dieser Schnitt dient hauptsächlich der Korrektur oder der Entfernung von störendem Wachstum.

Obstbäume: werden in der Regel ebenfalls zweimal im Jahr geschnitten.

• Winterschnitt: Dies fördert das Wachstum und wird vor allem für jüngere Bäume empfohlen.

• Sommerschnitt: Dies bremst das Wachstum und wird für ältere Bäume genutzt, um die Fruchtbildung zu fördern.

Nadelbäume: werden selten geschnitten, da sie nicht so gut neue Triebe aus altem Holz bilden. Falls nötig, sollte der Schnitt im Spätherbst oder im Frühjahr durchgeführt werden.

Zeiten, in denen Sie nicht schneiden sollten

Halten Sie sich beim Schnitt auf jeden Fall an die empfohlenen Zeiträume und vermeiden Sie es, zu den folgenden Zeiten zu schneiden:

• Vogelbrutzeit: In vielen Ländern ist es gesetzlich verboten, zwischen März und Ende Juli Bäume und Sträucher stark zurückzuschneiden, um brütende Vögel zu schützen.

• Herbst: Pilzsporen sind im Herbst besonders aktiv, was das Infektionsrisiko von Schnittwunden erhöht.

Bei extremem Frost oder Trockenheit ist von Schnittmaßnahmen abzuraten, da dies den Baum zusätzlich stressen könnte.

 

Fazit

Die richtige Auswahl und Pflanzung von Bäumen ist ein wesentlicher Bestandteil eines jeden Gartenprojekts. Mit Sorgfalt und ein wenig Vorwissen können diese natürlichen Giganten zu einem jahrzehntelangen Highlight in Ihrem Garten werden. Wenn Sie Obstbäume pflanzen, können Sie im Sommer oder Herbst Ihr eigenes Obst ernten, müssen sich aber bewusst sein, dass Sie mit Obstbäumen etwas mehr Arbeit haben, als mit den meisten anderen Baumarten.

 

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