Wasserenthärtungsanlagen Nachteile, Vorteile und Funktionsweise

Letztes Update: 29.02.24

 

Eine Wasserenthärtungsanlage kann eine Lösung für dieses Problem darstellen, doch es gibt auch einige Dinge zu beachten. In diesem Artikel geben wir Ihnen einen umfassenden Einblick in die Funktionsweise, Vorteile und potenziellen Nachteile dieser Geräte und erläutern, warum die Verwendung einer Enthärtungsanlage in manchen Regionen und Haushalten sinnvoll sein kann.

 

Was ist hartes Wasser?

Hartes Wasser entsteht, wenn Leitungswasser einen hohen Gehalt an gelösten Mineralien, insbesondere Calcium und Magnesium, aufweist. Während hartes Wasser nicht unbedingt gesundheitsschädlich ist, bringt es verschiedene nachteilige Auswirkungen für den Haushalt mit sich. Einige dieser Probleme umfassen Kalkflecken auf Geschirr und Gläsern, eine verringerte Effizienz von Wassererhitzern und andere Haushaltsgeräte, sowie das Gefühl von trockener Haut und stumpfem Haar nach dem Duschen. Zusätzlich gibt es Nachteile von Leitungswasser, das ungefiltert ist, darunter die Möglichkeit von Verunreinigungen und chemischen Rückständen. Daher ziehen viele Menschen in Betracht, eine Wasserenthärtungsanlage zu installieren, um diese Probleme zu beheben und die Wasserqualität zu verbessern.

 

Die Wasserhärte bestimmen

Ihre Wasserhärte zu bestimmen, ist essentiell, um die Lebensdauer Ihrer Haushaltsgeräte zu verlängern und zu gewährleisten, dass Sie stets eine gute Wasserqualität haben. Hartes Wasser kann Ablagerungen in Rohren und auf Oberflächen hinterlassen und dazu führen, dass Wasch- und Spülmittel nicht so effektiv wirken. Nur wenn Sie mittelhartes oder hartes Wasser haben, macht eine Enthärtungsanlage wirklich Sinn. 

Die Wasserhärte wird durch den Gehalt an Calcium- und Magnesiumionen im Wasser bestimmt und kann mit speziellen Teststreifen oder -sets gemessen werden. Je nach Grad der Härte teilt man Wasser in folgende Kategorien ein:

 

Klassifizierung Grad deutscher Härte
Sehr weich 0 – 7°dH
Weich 13,9°dH
Mittelhart 14 – 21°dH
Hart 21,1 – 28°dH
Sehr hart >28°dH

 

In Deutschland liegt die durchschnittliche Wasserhärte bei etwa 14°dH, was als mittelhart gilt. Im Vergleich dazu gibt es in anderen Ländern sowohl Regionen mit weicherem als auch mit härterem Wasser. Es ist wichtig, sich über die Wasserhärte in Ihrer Region zu informieren und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, um die Qualität Ihres Wassers zu optimieren.

 

Wie funktioniert eine Wasserenthärtungsanlage?

Wasserenthärtungsanlagen haben die Aufgabe, die Mineralien aus dem Wasser zu entfernen, die für dessen “Härte” verantwortlich sind. Doch wie erreichen sie dies? 

Im Zentrum der meisten Wasserenthärtungsanlagen steht der sogenannte Ionenaustauschprozess. Dieser Prozess nutzt spezielle Harze, die die Calcium- und Magnesiumionen im Wasser “fangen” und durch andere Ionen, typischerweise Natriumionen, ersetzen. Daher ist in vielen Anlagen Salz für die Enthärtungsanlage notwendig, da es als Quelle für die Natriumionen dient. Es gibt jedoch auch Wasserenthärtungsanlagen ohne Salz, die alternativ auf Technologien wie Umkehrosmose oder magnetische Felder setzen. Abhängig von der jeweiligen Technologie und den individuellen Bedürfnissen des Haushalts kann eine Methode besser geeignet sein als die andere.

 

Vorteile von Wasserenthärtungsanlagen

Die Investition in eine Wasserenthärtungsanlage bringt zahlreiche Vorteile mit sich. Zum einen schützen diese Anlagen Haushaltsgeräte wie Wasserkocher, Geschirrspüler und Waschmaschinen vor Kalkablagerungen, was deren Lebensdauer verlängert und die Effizienz verbessert. Eine bessere Wasserqualität hat darüber hinaus auch positive Auswirkungen auf Haut und Haare, die sich nach dem Waschen weicher und geschmeidiger anfühlen. 

Ein weiterer finanzieller Vorteil: Durch weicheres Wasser lassen sich Seifen und Reinigungsmittel effizienter nutzen, wodurch weniger verbraucht wird. Zudem beugen Wasserenthärtungsanlagen Kalkablagerungen in Wasserrohren und Heizsystemen vor, was wiederum Reparaturkosten spart und für eine effizientere Wärmeübertragung sorgt. Insgesamt führt die Verwendung solcher Anlagen zu einem deutlich angenehmeren Wohnerlebnis und langfristigen Kosteneinsparungen. Beim Waschen mit enthärtetem Wasser kann die Wäsche zudem deutlich weicher und flauschiger werden.

Darüber hinaus kann sich das Enthärten positiv auf den Geschmack des Wassers auswirken. Viele beschreiben den Geschmack von Tee oder Kaffee als intensiver und besser. Dies in Verbindung mit dem geringeren Reinigungsaufwand für Kaffee-Vollautomaten oder Wasserkocher und Co. kann dazu beitragen, dass Sie erheblich von einer Enthärtungsanlage profitieren, wenn Sie hartes Wasser haben.

 

Nachteile und Bedenken im Zusammenhang mit Wasserenthärtungsanlagen

Wasserenthärtungsanlagen bringen viele Vorteile mit sich, doch gibt es auch einige Aspekte, die vor einer Anschaffung bedacht werden sollten:

  1. Kosten: Die Anschaffung, Installation und regelmäßige Wartung einer Wasserenthärtungsanlage können erhebliche Kosten verursachen. Besonders hochwertige Systeme können in der Anschaffung teuer sein, und die laufenden Kosten für Wartung und Betrieb summieren sich über die Jahre.
  2. Salzverbrauch und Umweltauswirkungen: Viele Wasserenthärtungsanlagen arbeiten mit einem Ionenaustauschverfahren, bei dem regelmäßig Salz benötigt wird. Dies führt nicht nur zu laufenden Kosten, sondern auch zu Umweltauswirkungen, da das salzhaltige Abwasser in die Umwelt gelangen kann.
  3. Gesundheitliche Bedenken: Ein weiterer Aspekt des Salzverbrauchs ist der potenziell erhöhte Natriumgehalt im aufbereiteten Wasser. Für Menschen mit Bluthochdruck oder anderen gesundheitlichen Bedenken kann dies problematisch sein.
  4. Raumbedarf und Installationsanforderungen: Je nach Modell und Kapazität kann eine Wasserenthärtungsanlage viel Platz beanspruchen. Dies kann insbesondere in kleineren Haushalten oder Wohnungen zu Herausforderungen führen. Darüber hinaus erfordert die Installation Fachkenntnisse und eventuell bauliche Veränderungen.

Die richtige Wasserenthärtungsanlage für Ihren Einsatzbereich finden

Auswahl der richtigen Wasserenthärtungsanlage

Es gibt viele verschiedene Modelle und Marken von Wasserenthärtungsanlagen auf dem Markt, und die richtige Auswahl kann überwältigend erscheinen. Selbst wenn Sie sich für den Enthärtungsanlage-Testsieger entscheiden, kann es sein, dass die Anlage für Ihre Zwecke nicht ideal geeignet ist. Daher sollten Sie einige Dinge in die Entscheidungsfindung mit einfließen lassen:

  1. Modelle und Marken: Es ist wichtig, Rezensionen zu lesen und sich über die Vor- und Nachteile verschiedener Systeme zu informieren. Jede Marke hat ihre eigenen Spezifikationen und Technologien, und was für einen Haushalt ideal ist, ist es vielleicht nicht für einen anderen.
  2. Härtegrad des Wassers: Bevor man eine Anlage kauft, sollte man den Härtegrad des eigenen Wassers kennen. Dies hilft dabei, die am besten geeignete Anlage für die spezifischen Bedürfnisse zu wählen.
  3. Größe des Haushalts und Wasserverbrauch: Große Familien oder Haushalte mit hohem Wasserverbrauch benötigen wahrscheinlich eine größere und leistungsstärkere Anlage als kleinere Haushalte.

Zu guter Letzt sollten Sie auch die Standortfrage bedenken. Es gibt kompakte Enthärtungsanlagen, die direkt an der Entnahmestelle installiert werden, wie z.B. in der Küche unter der Spüle. Diese sind deutlich kleiner und behandeln nur das Wasser, das an diesem bestimmten Punkt verbraucht wird. Im Gegensatz dazu können zentrale Enthärtungsanlagen das Wasser für das gesamte Haus behandeln, benötigen jedoch mehr Platz und eine komplexere Installation. Beide Optionen haben ihre eigenen Vor- und Nachteile, je nach den spezifischen Bedürfnissen und Anforderungen des Haushalts.

 

Wartung und Pflege von Wasserenthärtungsanlagen

Die Wartung und Pflege einer Wasserenthärtungsanlage ist entscheidend, um deren Effizienz und Lebensdauer zu gewährleisten. Was Sie dabei beachten müssen, erfahren Sie hier in aller Kürze:

Wie oft sollte eine Anlage gewartet werden? 

Die meisten Experten empfehlen, eine Wasserenthärtungsanlage mindestens einmal jährlich zu warten. Je nach Modell und Nutzungsintensität – beispielsweise in einem Einfamilienhaus mit hohem Wasserverbrauch – kann häufigere Wartung erforderlich sein.

Hinweise zur Nachfüllung von Salz und mögliche Probleme

Das Salz in einer Wasserenthärtungsanlage muss regelmäßig nachgefüllt werden. Wie oft, hängt vom Wasserverbrauch und der Härte des Wassers ab. Ein häufiges Problem ist die Bildung eines Salzbrücke im Salzbehälter, welche den Ionenaustauschprozess beeinträchtigen kann. Es ist wichtig, den Salzstand regelmäßig zu überprüfen und sicherzustellen, dass das Salz sich nicht verklumpt.

 

Fazit zu Wasserenthärtungsanlagen

Die Entscheidung für eine Wasserenthärtungsanlage bringt viele Vorteile mit sich, von der Verlängerung der Lebensdauer von Haushaltsgeräten bis hin zu verbessertem Haut- und Haargefühl. Wer insbesondere in einem Einfamilienhaus mit hartem Leitungswasser konfrontiert ist, wird die Vorteile einer Wasserenthärtungsanlage zu schätzen wissen. Allerdings sollten Interessenten auch die mit der Anlage verbundenen Kosten, den Raumbedarf und den Wartungsaufwand berücksichtigen. Es empfiehlt sich, vor einer Anschaffung umfassend zu recherchieren und sich professionell beraten zu lassen.

 

Weitere Quellen

Wenn Sie sich weitere Informationen im Video anschauen möchten, können wir Ihnen die folgenden YouTube-Videos zum Thema besonders empfehlen:

Wasser enthärten – braucht man das?

 

Eine zentrale Wasserenthärtungsanlage von Aqmos installieren

 

Meistgestellte Fragen

Sollten Sie weitere Fragen zum Thema Wasserenthärtungsanlagen, deren Installation oder Stärken und Schwächen haben, können Sie uns gerne jederzeit kontaktieren. Die Fragen, die uns zum Thema am häufigsten erreichen, haben wir im Folgenden für Sie zusammengefasst und beantwortet:

 

Warum ist hartes Wasser ein Problem? 

Hartes Wasser enthält hohe Konzentrationen an Calcium- und Magnesiumionen. Diese Mineralien können Kalkablagerungen in Rohren und Geräten verursachen und zu Problemen wie vermindertem Wasserdruck oder verkürzter Lebensdauer von Haushaltsgeräten führen.

 

Wie erkennt man den Härtegrad des Wassers? 

Der Härtegrad des Wassers kann durch spezielle Testkits oder durch Anfrage beim lokalen Wasserversorger ermittelt werden.

 

Wie oft muss ich das Salz in meiner Wasserenthärtungsanlage auffüllen? 

Dies hängt vom Wasserverbrauch und der Wasserhärte ab. Bei durchschnittlichem Verbrauch in einem Einfamilienhaus muss das Salz meist alle 1-2 Monate aufgefüllt werden.

 

Sind Wasserenthärtungsanlagen für alle Haushalte geeignet? 

Ja, allerdings sollten Faktoren wie Wasserverbrauch, Wasserhärte und Raumanforderungen vor der Installation berücksichtigt werden.

 

Wie teuer ist die Installation und Wartung einer Wasserenthärtungsanlage? 

Die Kosten variieren je nach Modell, Marke und Installationsaufwand. Regelmäßige Wartungskosten sollten ebenfalls in die Gesamtkosten eingerechnet werden.

 

Hat eine Enthärtungsanlage Nachteile? 

Ja, dazu gehören laufende Kosten für Salz und Wartung, mögliche gesundheitliche Bedenken durch erhöhten Natriumgehalt im Wasser und der Platzbedarf für die Anlage.

 

 

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