Einbau eines Wärmemengenzählers – das muss beachtet werden

Letztes Update: 29.02.24

 

Ein Wärmemengenzähler ist ein wichtiges Instrument, um den Verbrauch von Wärmeenergie in einer Heizungsanlage zu messen und somit die Kosten für den Verbraucher genau zu erfassen. Der korrekte Einbau eines Wärmemengenzählers ist entscheidend für eine präzise Messung und eine effiziente Nutzung der Energie. In diesem Artikel erfahren Sie alles, was Sie über die verschiedenen Arten von Wärmemengenzählern wissen müssen, die Einsatzbereiche, die wichtigsten Kriterien beim Einbau und worauf Sie sonst noch achten sollten, um eine optimale Funktion des Geräts sicherzustellen.

 

Verschiedene Arten von Wärmemengenzählern

Bevor wir auf die unterschiedlichen Typen von Wärmemengenzählern eingehen, sollten Sie zunächst verstehen, worin sich ein analoger und ein digitaler Wärmemengenzähler unterscheiden.

Analoge Wärmemengenzähler nutzen ein mechanisches Messverfahren, bei dem die durchströmende Wärmeenergie durch bewegliche Teile im Gerät erfasst wird. Diese Art von Wärmemengenzähler ist in der Regel einfacher und kostengünstiger in der Anschaffung, hat aber den Nachteil, dass sie anfälliger für Verschleiß und Störungen sind. Zudem ist die Ablesung der Messwerte bei analogen Wärmemengenzählern oft weniger genau und komfortabel als bei digitalen Geräten.

Digitale Wärmemengenzähler hingegen nutzen elektronische Bauteile zur Messung der durchströmenden Wärmeenergie. Sie sind in der Regel genauer und zuverlässiger als analoge Geräte und ermöglichen eine einfachere und genauere Ablesung der Messwerte. Zudem können digitale Wärmemengenzähler oft auch mit anderen Geräten vernetzt und die Daten digital übertragen werden, was eine komfortable und effiziente Auswertung der Messdaten ermöglicht.

Wenn Sie dieses Prinzip verstanden haben, müssen Sie sich zusätzlich mit den verschiedenen Arten von Wärmezählern auseinandersetzen.

  1.   Kompakt-Wärmezähler

Kompakt-Wärmezähler sind eine beliebte Wahl für den Einsatz in Wohngebäuden und kleinen Heizungsanlagen. Sie zeichnen sich durch ihre kompakte Bauweise und ihre einfache Installation aus. Die Messung der Wärmeenergie erfolgt direkt im Gerät, wodurch eine hohe Genauigkeit und Zuverlässigkeit gewährleistet ist. Kompakt-Wärmezähler sind in der Regel mit elektronischen Bauteilen ausgestattet, die eine genaue Ablesung und Auswertung der Messwerte ermöglichen.

  1.   Messkapsel-Wärmezähler

Messkapsel-Wärmezähler sind eine weitere Option für den Einsatz in Heizungsanlagen. Bei dieser Bauweise wird die Messkapsel in die Rohrleitung eingebaut, und die Wärmeenergie wird durch ein mechanisches Messverfahren erfasst. Die Messkapsel kann bei Bedarf einfach ausgetauscht werden, ohne dass die gesamte Einheit ersetzt werden muss. Dies macht Messkapsel-Wärmezähler zu einer flexiblen und kosteneffizienten Lösung.

  1.   Ultraschall-Wärmezähler

Ultraschall-Wärmezähler nutzen Ultraschallwellen, um die Durchflussgeschwindigkeit des Wassers in der Heizungsanlage zu messen. Diese Art von Wärmezähler ist sehr präzise und hat eine lange Lebensdauer, ist jedoch auch teurer in der Anschaffung als andere Typen von Wärmemengenzählern. Ultraschall-Wärmezähler eignen sich besonders für den Einsatz in größeren Heizungsanlagen und industriellen Anwendungen.

Neben diesen gängigen Arten von Wärmemengenzählern gibt es auch andere spezielle Geräte, die für bestimmte Anwendungen entwickelt wurden, wie zum Beispiel industrielle Anwendungen oder spezielle Heizsysteme. Es ist wichtig, das passende Gerät für die jeweilige Anwendung auszuwählen, um eine genaue und zuverlässige Messung des Energieverbrauchs zu gewährleisten.

 

Einsatzbereiche von Wärmemengenzählern

Wärmemengenzähler spielen eine zentrale Rolle bei der präzisen Erfassung und Abrechnung des Energieverbrauchs in Heizungsanlagen. Sie kommen in verschiedenen Einsatzbereichen zur Anwendung, darunter:

 

Heizung

Wärmemengenzähler werden in Heizungsanlagen eingesetzt, um die verbrauchte Wärmeenergie zu messen und abzurechnen. Dies ist besonders wichtig in Mehrfamilienhäusern oder Wohnanlagen, wo die Heizkosten auf die einzelnen Wohnungen aufgeteilt werden müssen. Durch den Einsatz von Wärmemengenzählern kann eine gerechte und transparente Abrechnung des Energieverbrauchs gewährleistet werden.

 

Warmwasser

Auch bei der Erwärmung von Warmwasser kommen Wärmemengenzähler zum Einsatz. Sie erfassen die zur Erwärmung des Wassers aufgewendete Energie und ermöglichen eine genaue Abrechnung des Verbrauchs. Dies ist besonders wichtig in Wohnanlagen oder Hotels, wo die Warmwasserversorgung zentral geregelt ist.

 

Kombination aus Heizung und Warmwasser

In vielen Fällen wird der Energieverbrauch für Heizung und Warmwasser zusammen erfasst und abgerechnet. In solchen Fällen kommen Kombi-Wärmezähler zum Einsatz, die sowohl die für die Heizung als auch die für die Warmwasserbereitung aufgewendete Energie messen und getrennt ausweisen können.

 

Industrielle Anwendungen

Auch in industriellen Anwendungen kommen Wärmemengenzähler zum Einsatz, beispielsweise zur Erfassung des Energieverbrauchs in Produktionsprozessen oder bei der Nutzung von Prozesswärme. Hierbei sind in der Regel spezielle Geräte erforderlich, die den besonderen Anforderungen des jeweiligen Einsatzbereichs gerecht werden.

In allen Einsatzbereichen ist es wichtig, dass die Wärmemengenzähler korrekt installiert und kalibriert werden, um eine genaue und zuverlässige Messung des Energieverbrauchs zu gewährleisten. Zudem sollten die Geräte regelmäßig gewartet und bei Bedarf kalibriert werden, um eine dauerhaft hohe Messgenauigkeit zu gewährleisten.

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Einbau von Wärmemengenzählern

Der Einbau eines Wärmemengenzählers ist der wichtigste Schritt, um eine genaue und zuverlässige Erfassung des Energieverbrauchs sicherzustellen. Dabei sind verschiedene Kriterien zu berücksichtigen, wozu insbesondere die Auswahl des passenden Geräts, die Installation im Vorlauf oder Rücklauf der Anlage, die fachgerechte Installation selbst und die Inbetriebnahme und Kalibrierung des Geräts gehören. Nur so kann eine korrekte Abrechnung des Energieverbrauchs gewährleistet werden. Was Sie dabei im Einzelnen beachten sollten, haben wir im Folgenden für Sie zusammengefasst:

 

Auswahl des passenden Wärmemengenzählers

Die Auswahl des passenden Wärmemengenzählers hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter die Größe und Art der Heizungsanlage, die zu erwartende Durchflussmenge, die erforderliche Messgenauigkeit und die vorhandenen Anschlussmöglichkeiten. Es ist wichtig, einen Wärmemengenzähler zu wählen, der den Anforderungen der Anlage gerecht wird und eine genaue Erfassung des Energieverbrauchs gewährleistet.

 

Vorlauf und Rücklauf beim Wärmemengenzähler

Der Wärmemengenzähler kann entweder im Vorlauf oder im Rücklauf der Heizungsanlage installiert werden. Der Vorlauf bezeichnet dabei die Leitung, die das heiße Wasser vom Heizkessel zu den Heizkörpern führt, während der Rücklauf die Leitung bezeichnet, die das abgekühlte Wasser wieder zurück zum Heizkessel führt. In der Regel wird der Wärmemengenzähler im Vorlauf installiert, um eine genaue Messung des Energieverbrauchs zu gewährleisten.

 

Installation durch Fachpersonal

Der Einbau eines Wärmemengenzählers sollte immer von einem Fachbetrieb durchgeführt werden, um sicherzustellen, dass das Gerät korrekt installiert und kalibriert wird. Eine fehlerhafte Installation kann zu ungenauen Messwerten und damit zu einer falschen Abrechnung des Energieverbrauchs führen.

 

Inbetriebnahme und Kalibrierung

Nach der Installation muss der Wärmemengenzähler in Betrieb genommen und kalibriert werden, um eine genaue Erfassung des Energieverbrauchs sicherzustellen. Dabei wird das Gerät auf die spezifischen Bedingungen der Heizungsanlage eingestellt und die Messgenauigkeit überprüft. Es ist wichtig, dass die Inbetriebnahme und Kalibrierung von einem Fachbetrieb durchgeführt werden, um sicherzustellen, dass das Gerät korrekt funktioniert.

 

Einbau Wärmezähler im Video-Tutorial – das muss beachtet werden

Kriterien bei der Auswahl eines Wärmemengenzählers

Bei der Auswahl eines Wärmemengenzählers sind verschiedene Kriterien zu beachten, um sicherzustellen, dass das Gerät den Anforderungen der Heizungsanlage entspricht und eine genaue und zuverlässige Messung des Energieverbrauchs gewährleistet ist. Die wichtigsten Kriterien sind:

  1. a)   Nenndurchfluss

Der Nenndurchfluss gibt an, welche Wassermenge pro Zeiteinheit durch den Wärmemengenzähler fließen kann. Es ist wichtig, einen Wärmemengenzähler zu wählen, dessen Nenndurchfluss den Anforderungen der Heizungsanlage entspricht, um eine genaue Erfassung des Energieverbrauchs sicherzustellen.

  1. b)   Durchflussrichtung

Die Durchflussrichtung gibt an, in welche Richtung das Wasser durch den Wärmemengenzähler fließen muss, um eine korrekte Messung zu gewährleisten. Es ist wichtig, darauf zu achten, dass der Wärmemengenzähler in der richtigen Richtung installiert wird, um ungenaue Messwerte zu vermeiden.

  1. c)   MID-Konformität

Die MID-Konformität gibt an, ob der Wärmemengenzähler den Anforderungen der EU-Richtlinie für Messgeräte entspricht. Wärmemengenzähler, die MID-konform sind, erfüllen strenge Anforderungen hinsichtlich ihrer Genauigkeit und Zuverlässigkeit und sind daher eine gute Wahl für den Einsatz in Heizungsanlagen.

  1. d)   Einbaulage

Die Einbaulage gibt an, in welcher Position der Wärmemengenzähler installiert werden kann, um eine korrekte Messung zu gewährleisten. Dabei ist zu beachten, dass manche Wärmemengenzähler nur in bestimmten Einbaulagen, zum Beispiel horizontal oder vertikal, installiert werden können. Es ist wichtig, darauf zu achten, dass der Wärmemengenzähler in der richtigen Einbaulage installiert wird, um eine genaue Erfassung des Energieverbrauchs sicherzustellen.

  1. e)   Eichung und Kalibrierung

Die Eichung und Kalibrierung des Wärmemengenzählers sind wichtige Faktoren, um eine genaue und zuverlässige Messung des Energieverbrauchs zu gewährleisten. Dabei wird das Gerät auf die spezifischen Bedingungen der Heizungsanlage eingestellt und die Messgenauigkeit überprüft. Es ist wichtig, darauf zu achten, dass der Wärmemengenzähler regelmäßig geeicht und kalibriert wird, um eine dauerhaft hohe Messgenauigkeit zu gewährleisten.

 

Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Einbau eines Wärmemengenzählers

Wenn Sie einen Wärmemengenzähler selbst einbauen möchten, müssen wir darauf hinweisen, dass der Einbau eines Wärmezählers durch einen Fachbetrieb erfolgen sollte, um eine korrekte Installation und Kalibrierung des Geräts sicherzustellen. Eine fehlerhafte Installation kann zu ungenauen Messwerten und damit zu einer falschen Abrechnung des Energieverbrauchs führen.

Sollten Sie den Wärmemengenzähler einbauen wollen, um Ihren Energieverbrauch zu optimieren und besser zu kontrollieren, kann aber auch ein Selbsteinbau durchaus sinnvoll sein und ist möglich. Sie sollten jedoch Rücksprache mit einem Fachmann halten und Schritt für Schritt vorgehen. Sollten Sie keine Erfahrungen mit dem Einbau haben, empfehlen wir unbedingt, sich zusätzlich ein Video anzuschauen und sich genau an die Anleitung des Herstellers zu halten.

1.   Planung und Vorbereitung:

  • Prüfen der Anforderungen der Heizungsanlage und Auswahl des passenden Wärmemengenzählers
  • Bereitstellung aller notwendigen Werkzeuge und Materialien für den Einbau
  • Abschalten der Heizungsanlage und sicherstellen, dass keine Restwärme mehr vorhanden ist

2.   Demontage der alten Anlage (falls vorhanden):

  • Entfernen des alten Wärmemengenzählers (falls vorhanden)
  • Reinigung und Vorbereitung der Anschlussstellen für den neuen Wärmemengenzähler

3.   Installation des Wärmemengenzählers:

  • Anschluss des Wärmemengenzählers an die Heizungsanlage gemäß den Vorgaben des Herstellers
  • Sicherstellen, dass der Wärmemengenzähler in der richtigen Einbaulage und Durchflussrichtung installiert wird
  • Überprüfung der Dichtheit der Anschlüsse und Behebung von eventuellen Undichtigkeiten

4.   Inbetriebnahme und Kalibrierung:

  • Inbetriebnahme des Wärmemengenzählers und Überprüfung der Funktionsweise
  • Kalibrierung des Wärmemengenzählers gemäß den Vorgaben des Herstellers und den spezifischen Bedingungen der Heizungsanlage
  • Dokumentation der Inbetriebnahme und Kalibrierung

5.   Abschluss:

  • Wiederinbetriebnahme der Heizungsanlage und Überprüfung der Funktion des Wärmemengenzählers im Betrieb
  • Einweisung des Kunden in die Bedienung und Ablesung des Wärmemengenzählers
  • Übergabe der Dokumentation an den Kunden

Fazit

Der Einbau eines Wärmemengenzählers ist wichtig, um eine genaue und zuverlässige Erfassung des Energieverbrauchs sicherzustellen. Dabei sind verschiedene Kriterien zu berücksichtigen, um eine korrekte Abrechnung des Energieverbrauchs gewährleisten zu können.

Es ist wichtig, dass der Einbau von einem Fachbetrieb durchgeführt wird, um eine korrekte Installation und Kalibrierung des Geräts sicherzustellen. Eine fehlerhafte Installation kann zu ungenauen Messwerten und damit zu einer falschen Abrechnung des Energieverbrauchs führen.

 

Meistgestellte Fragen

Sollten Sie weitere Fragen zum Einbau von Wärmemengenzählern oder den verschiedenen Arten haben, können Sie uns jederzeit kontaktieren. Die Fragen, die uns am häufigsten erreichen, haben wir hier kurz für Sie zusammengefasst und beantwortet.

  1. Was ist ein Wärmemengenzähler?

Ein Wärmemengenzähler ist ein Gerät zur Erfassung des Energieverbrauchs in einer Heizungsanlage.

  1.   Welche Arten von Wärmemengenzählern gibt es?

Es gibt verschiedene Arten von Wärmemengenzählern, darunter Kompakt-Wärmezähler, Messkapsel-Wärmezähler und Ultraschall-Wärmezähler.

  1. Wo wird der Wärmemengenzähler installiert?

Der Wärmemengenzähler kann entweder im Vorlauf oder im Rücklauf der Heizungsanlage installiert werden. In der Regel wird der Wärmemengenzähler im Vorlauf installiert.

  1.   Muss der Wärmezähler-Einbau von einem Fachbetrieb durchgeführt werden?

Ja, der Einbau eines Wärmemengenzählers sollte immer von einem Fachbetrieb durchgeführt werden, um eine korrekte Installation und Kalibrierung des Geräts sicherzustellen.

  1.   Wie erfolgt die Kalibrierung des Wärmemengenzählers?

Die Kalibrierung des Wärmemengenzählers erfolgt gemäß den Vorgaben des Herstellers und den spezifischen Bedingungen der Heizungsanlage. Dabei wird das Gerät auf die spezifischen Bedingungen der Anlage eingestellt und die Messgenauigkeit überprüft.

  1.   Wie oft muss der Wärmemengenzähler geeicht werden?

Die Eichung eines Wärmemengenzählers muss in regelmäßigen Abständen erfolgen, um eine dauerhaft hohe Messgenauigkeit sicherzustellen. Die genauen Vorgaben zur Eichung sind abhängig vom Hersteller und dem Modell des Wärmemengenzählers. In der Regel wird eine Eichung alle 5 Jahre empfohlen. Es ist jedoch ratsam, sich diesbezüglich bei einem Fachbetrieb oder beim Hersteller des Geräts zu informieren.

 

 

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