Eine Klimaanlage nachrüsten – das sollten Sie beachten

Letztes Update: 05.08.20

 

Wenn Sie eine Klimaanlage in Ihrer Wohnung oder einem einzelnen Raum nachrüsten möchten, sollten Sie sich einige Gedanken darüber machen, wie sich das am besten umsetzen lässt, welches Gerät ideal geeignet ist und sich zudem mit der Funktionsweise und der Leistung der Geräte befassen. Denn auch die beste Klimaanlage bringt Ihnen nur wenig, wenn sie für die Raumgröße nicht geeignet, ineffizient oder falsch installiert ist.

Im Folgenden geben wir Ihnen daher alle wichtigen Hinweise und Tipps mit auf den Weg, die Sie brauchen, um eine Klimaanlage nachzurüsten.

 

Funktionsweise und Arten von Klimaanlagen

Bevor Sie sich mit dem Nachrüsten befassen, sollten Sie verstehen, wie eine Klimaanlage funktioniert. Grundsätzlich unterscheidet sie sich in ihrer Funktion nicht von einem Kühlschrank. Im innenliegenden Verdampfer wird das dort enthaltene Kältemittel über die warme Raumluft gasförmig und fließt in einen Verdichter, in dem ein Kompressor sitzt. Dieser verdichtet das Kältemittel unter Druck, wodurch es sich erwärmt. Dann fließt das warme Kältemittel weiter an das Außengerät der Klimaanlage, in dem ein Wärmetauscher verbaut ist. Dieser gibt die Wärme wieder an die Umgebungsluft an, wodurch sich das Kältemittel wieder verflüssigt. Nach dem Zurückfließen des Kältemittels beginnt der Kreislauf dann erneut. Dies ist die Funktionsweise bei Voll-Klimageräten, die als Split-Gerät mit Innen- und Außenteil ausgelegt sind. Sie können über das Kühlen hinaus auch zum Heizen sowie zum Ent- und Befeuchten genutzt werden. Darüber hinaus gibt es noch reine Lüftungsanlagen, die nur dem Luftaustausch dienen sowie Teilklimaanlagen, die neben dem Kühlen auch die Raumluft befeuchten und entfeuchten können.

Bei mobilen Klimageräten, die auch als Monoblock-Gerät bezeichnet werden, finden alle Prozesse im Inneren des Gerätes statt und nur die warme Abluft wird nach draußen abgeleitet. Dies macht sie etwas weniger effizient und sie können in der Regel nicht gleichzeitig als Heizung genutzt werden. Außerdem können Sie die Luft üblicherweise nicht befeuchten, sondern nur entfeuchten. Allerdings sind sie deutlich einfacher nachzurüsten als Split-Geräte, wie Sie später noch erfahren werden.

 

Die richtige Klimaanlage für den richtigen Einsatzbereich

Klimaanlagen lassen sich an vielen Orten nachrüsten. Je nach Einsatzbereich stehen verschiedene Varianten zur Verfügung. Für das Nachrüsten in einer Wohnung können Sie sowohl Monoblock als auch Split-Klimageräte verwendet werden. Hierfür gibt es sowohl fest installierte als auch mobile Geräte. Fest installierte Klimageräte dürfen in einer Mietwohnung jedoch nur nach Rücksprache mit dem Vermieter verbaut werden, da ein Loch in die Wand gebohrt werden muss. Wenn Sie eine Eigentumswohnung oder ein Haus besitzen, können Sie sowohl fest installierte Modelle als auch mobile Klimageräte nachrüsten.

Auch im Auto, einem Boot oder im Wohnmobil können Klimaanlagen nachgerüstet werden, der Einbau ist aber mitunter recht kostspielig und lohnt sich insbesondere im Auto nur bei wertvollen Oldtimern. Für Boote oder Camper gibt es sowohl die Möglichkeit, 12V mobile Klimageräte nachzurüsten als auch Dachklimaanlagen und Staukastenklimaanlagen. Hier empfehlen wir jedoch, insbesondere bei fest installieren Varianten einen Fachmann um Rat zu fragen oder die gesamte Anlage fachmännisch einbauen zu lassen. Dachklimaanlagen hingegen kann man durchaus selbst einbauen, denn hier gibt es komplette Bausätze.

Auch bei Split-Klimageräten für die Wohnung oder das Haus ist ein wenig handwerkliches Geschick erforderlich, wenn man sie selbst verbauen möchte. Verfügt die Klimaanlage über kein Schnellkupplungs-System, muss die Kühlflüssigkeit zudem mit Spezialwerkzeug nach der Installation eingefüllt werden. Dies ist für einen Laien nicht so einfach möglich. Mobile Klimaanlagen hingegen können problemlos überall nachgerüstet werden. Alles was man braucht, ist ein wenig freie Stellfläche und eine Möglichkeit, die warme Abluft nach außen befördern zu können.

Gründe für das Nachrüsten einer Klimaanlage

Insbesondere, wer unter den heißen Temperaturen im Sommer leidet, beispielsweise weil er im warmen Büro arbeiten oder in einer Dachgeschoss-Wohnung wohnt, die sich stark aufheizt, wird von einer Klimaanlage sehr profitieren.

Ist in der Wohnung noch keine Klimaanlage vorhanden, ist ein Nachrüsten problemlos möglich. Im Gegensatz zum Auto ist das Nachrüsten im Haus oder der Wohnung relativ unkompliziert und da auch mobile Klimageräte heute eine gute Kühlleistung bringen und effizient arbeiten, lohnt sich das Nachrüsten. Insbesondere, wenn es im Schlafzimmer sehr warm ist, trägt eine Klimaanlage dazu bei, den Schlaf zu verbessern, damit Sie sich besser erholen und besser in den Tag kommen. Im Büro lässt sich mit angenehmen Temperaturen zudem deutlich effizienter und entspannter arbeiten als in einem überhitzten Raum.

 

Dinge, die Sie vor dem Nachrüsten abklären sollten

Wenn Sie Wohnungseigentümer oder Hauseigentümer sind, müssen Sie deutlich weniger beachten, als Mieter. Bevor Sie eine fest installierte Klimaanlage nachrüsten, sollten Sie sich auf jeden Fall die schriftliche Genehmigung des Hauseigentümers einholen, denn der Einbau stellt eine bauliche Veränderung dar, die gegebenenfalls beim Auszug wieder rückgängig gemacht werden muss.

Eigentümer benötigen natürlich keine separate Erlaubnis und können Veränderungen an der eigenen Immobilie uneingeschränkt vornehmen. Beachten Sie stets, dass die Lautstärke einer Klimaanlage beachtlich sein kann. Dies gilt insbesondere für mobile Klimaanlagen sowie für das Außenteil von Split-Klimageräten. Daher sollte die Außeneinheit nach Möglichkeit an einer Stelle installiert werden, wo die Ansicht des Hauses nicht verschandelt wird und die Geräusche niemanden stören.

Wenn Sie eine Klimaanlage im Auto nachrüsten möchten, sollten Sie auf jeden Fall einen Fachmann ans Werk lassen und nicht einfach selbst ihr Glück versuchen. An dieser Stelle sei auch erwähnt, dass das Nachrüsten einer Klimaanlage fürs Auto in den vierstelligen Bereich hineingehen kann. Eine solche Maßnahme sollte daher wohl überlegt sein.

 

Beim Nachrüsten die Kühlleistung (BTU oder Watt) beachten

Die Kühlleistung einer Klimaanlage kann sowohl in der British Thermal Unit (BTU) als auch in Watt angegeben werden. Dabei entsprechen 1.000 BTU 293,07 Watt. Angegeben wird mit BTU die Wärmeenergie, die benötigt wird, um ein Pfund Wasser um ein Grad Fahrenheit zu erwärmen.

Je größer der zu kühlende Raum ist und je schlechter er isoliert ist, desto höher muss entsprechend auch die Kühlleistung pro Stunde sein. BTU ist eine gängige Einheit, die bei Klimaanlagen und Wärmepumpen genutzt wird.

Im Allgemeinen geht man bei einer Klimaanlage von einer Mindest-Kühlleistung von etwa 60 Watt je Quadratmeter bei normaler Raumhöhe aus. Für Räume, die sich besonders stark aufheizen oder besonders hoch sind, sollte man daher unbedingt einen zusätzlichen Puffer bei der Leistung einplanen. Empfehlenswert ist darüber hinaus, auf die Energieeffizienz zu achten. Je besser sie ist (möglichst mindestens A+), desto effizienter kann das Gerät den Raum herunterkühlen und desto weniger Strom verbraucht sie, um den Raum auf eine bestimmte Temperatur zu bringen. Mehr Leistung ist meist besser, denn moderne Klimaanlagen lassen sich in verschiedenen Stufen regeln, so dass Sie nicht unbedingt die volle Leistung benötigen. Es ist aber gut, in Extremsituationen auf einen Leistungspuffer zurückgreifen zu können.

 

Das Nachrüsten in der Praxis

Sowohl Split-Klimaanlagen als auch mobile Klimaanlagen können heute als Komplettsets gekauft werden. Sämtliches Installationszubehör wird bereits mitgeliefert, so dass der Einbau mit ein wenig handwerklichem Geschick gleich beginnen kann. Bei einem mobilen Klimagerät reicht es, einen geeigneten Aufstellort zu wählen und eine Abluftmöglichkeit nach außen zu schaffen, durch die der Schlauch die warme Luft ableiten kann. Dies kann ein Fenster oder auch eine Tür in den Nachbarraum sein. Eine Installation des Geräts selbst ist nicht notwendig. Etwas mehr Aufwand ist die Anbringung eines Monoblocks zur Wandmontage, der sich nicht von einer mobilen Klimaanlage unterscheidet, außer, dass er eben nicht mobil ist.

Am aufwändigsten sind Split-Klimageräte zu installieren. Sie sind jedoch auch die einzig echten Klimaanlagen für Wohnungen, denn sie arbeiten effizient, sind im Inneren des Raumes sehr leise und daher auch gut für Schlafzimmer geeignet und es gibt sie mit sehr hoher Kühlleistung, so dass auch große Räume effizient heruntergekühlt werden können. Um eine Verbindung zwischen Inneneinheit und Außenteil herzustellen, in dem der laute Kompressor verbaut ist, muss ein Wanddurchbruch gemacht werden. Dieser muss zwar nur so groß sein, dass zwei Rohre, Stromkabel und gegebenenfalls Schläuche hindurchpassen, dennoch ist es ein Eingriff in die bauliche Substanz. Wenn Sie das Gerät selbst installieren möchten, achten Sie unbedingt darauf, dass das Gerät über ein Schnellkupplungssystem verfügt. Dies bedeutet, dass es bereits mit Kühlmittel befüllt ist und kein Spezialwerkzeug notwendig ist. Solche Komplettbausätze sind bereits für relativ kleines Geld zu bekommen, haben aber im Vergleich zu vollwertigen Profi-Klimageräten den Nachteil, dass sie im  Laufe der Jahre undicht werden können. Selbst aufgefülltes Kältemittel und fest verschweißte Rohre sind langlebiger, die Installation ist aber auch entsprechend deutlich aufwändiger.

 

Lohnt es sich, eine Split-Klimaanlage selbst nachzurüsten?

Preislich auf jeden Fall. Die Installation einer festen Klimaanlage inklusive aller baulichen Arbeiten kann bis zu 1.500 Euro kosten, je nach Bedingungen vor Ort. Die Klimaanlage selbst ist daher meist günstiger als die Installation. Durch den Selbsteinbau können Sie also eine Menge Kosten sparen, sind aber gezwungen, auf Klimaanlagen mit Schnellkupplungssystem zurückzugreifen und sollten zudem handwerkliches Geschick mitbringen und sich einen Helfer zur Seite holen, denn komplett ohne helfende Hand ist die Installation sehr beschwerlich.

 

Fazit

Das Nachrüsten einer Klimaanlage lohnt sich nicht immer. Für Autos ist die Nachrüstung sehr teuer und in Mietwohnungen benötigen Sie für fest installierte Klimaanlagen die Genehmigung des Eigentümers. Mobile Klimageräte sowie Dachklimaanlagen im Wohnwagen oder Wohnmobil lassen sich sehr einfach nachrüsten, einen Fachmann oder eine Genehmigung braucht es hier nicht. Auch im eigenen Haus oder in der Eigentumswohnung können Sie eine Nachrüstung selbst vornehmen, die Installation erfordert aber etwas Geschick. Letztendlich kann man mit dem Eigeneinbau aber viel Geld sparen.

 

 

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