5 Tipps für einen kühlen Kopf im Sommer ohne Klimaanlage

Letztes Update: 05.12.20

 

Auch in unseren Breiten kann es im Sommer schnell unangenehm warm werden. Das kann nicht nur auf unser Gemüt drücken, sondern erschwert uns auch die Arbeit und macht das Einschlafen mitunter schwierig bis unerträglich. Was Sie jenseits der Installation einer Klimaanlage tun können, um es in Ihrem Haus, Ihrer Wohnung oder dem Schlafzimmer deutlich kühler zu halten, auch wenn draußen die Sonne brennt, haben wir hier in Form von fünf einfachen Tipps zusammengefasst. Der Artikel würde aber natürlich keinen Sinn machen, wenn wir nicht auch erklären würden, warum es sinnvoll sein kann, auf eine Klimaanlage zu verzichten. Damit machen wir daher den Einstieg.

 

Gute Gründe, auf eine Klimaanlage zu verzichten

Schaut man sich Kaufberatungen im Internet an, bekommt man schnell den Eindruck, es sei das Beste, Klimageräte zu installieren, wenn es zu warm wird – ohne Wenn und Aber. Doch eine Klimaanlage ist keineswegs immer das Non plus Ultra, wenn es um gesundes Raumklima geht. Auch das Gegenteil kann der Fall sein. Denn viele Menschen sind insbesondere in unseren Breiten für einen ständigen Luftzug anfällig, so dass sie einen steifen Nacken, rote Augen, Erkältungssymptome oder ein Kratzen im Hals bekommen. Dadurch können Klimaanlagen tatsächlich sogar in gewisser Hinsicht krank machen. Dies gilt insbesondere, wenn man sie nicht regelmäßig desinfiziert und reinigt. Wenn beispielsweise Kondenswasser nicht entleert oder abgeleitet wird, dient es schnell als Sammelbecken und Brutkasten für Viren und Bakterien, was das gesundheitliche Risiko zusätzlich erhöht.

Darüber hinaus darf man auch nicht vergessen, dass Klimaanlagen immer Lärm erzeugen. Bei einem Monoblock bzw. mobilen Klimagerät entsteht der Lärm im Raum, bei einer Split-Klimaanlage zumindest außerhalb des Gebäudes. Und auch Lärmbelästigung ist eine Umweltbelastung. Doch was kann man tun, um Räume im Sommer dennoch möglichst kühl zu halten, wenn man auf Klimaanlagen verzichten möchte?

 

Räume kühlen fängt im Freien an

Insbesondere, wenn Sie eine Eigentumswohnung oder ein Haus haben, sollten Sie bereits vor dem Haus bzw. außerhalb der Wohnung damit anfangen, für kühlere Bedingungen zu sorgen. So spenden beispielsweise größere Pflanzen oder Bäume zusätzlichen Schatten, der auf die Hauswand geworfen, für einen deutlich kühlenden Effekt sorgt. Auch rankende Pflanzen an der Hauswand können dafür sorgen, dass sie sich nicht so aufheizt, da die Pflanzen einen Teil der Sonnenstrahlen absorbieren und reflektieren. Wilder Wein oder Efeu sind hier besonders effektiv, bedürfen aber auch intensiver Pflege und jährliches Zurückschneiden. Selbst Pflanzkübel auf dem Balkon, der Fensterbank oder auf dem Boden der sonnenabgewandten Seite können einen nicht zu unterschätzenden Effekt verursachen, wenn die Blätter groß werden und einen Bereich der Hauswand vor der Sonne schützen.

Doch dies alles bringt natürlich nur einen verhältnismäßig geringen Effekt, wenn die Hitze drückend ist und die Sonne dafür sorgt, dass sich der Raum aufheizt. Im Folgenden haben wir daher fünf Tipps für Sie zusammengefasst, wie sie es im Zimmer auch ohne Klimaanlage an heißen Tagen kühler halten können.

1. So wenige Elektrogeräte wie möglich

Elektrogeräte erzeugen Wärme; selbst im Standby-Modus. Es ist daher empfehlenswert, insbesondere größere Elektrogeräte nicht in dem Raum zu betreiben, der kühl gehalten werden soll. Dies gilt insbesondere für Spielkonsolen, große Fernseher, PCs oder andere größere Elektrogeräte. Dabei sollte man aber nicht vergessen, dass auch das Aufheizen der übrigen Wohnung dazu beiträgt, dass es in einem bestimmten Raum wärmer wird. Daher sollte man es im Hochsommer insbesondere in kleineren Wohnungen unbedingt vermeiden, einen Wäschetrockner laufen zu lassen oder den Kühlschrank sehr häufig zu öffnen und zu schließen, denn auch hierbei entsteht wärme, die sich in der gesamten Wohnung verteilt.

Hierzu kann auch beitragen, an sehr heißen Tagen beispielsweise den Herd mal aus zu lassen und lieber im Freien zu grillen, um die Hitze durch das Kochen nicht in der Wohnung zu halten. All diese Maßnahmen zusammengenommen können einen großen Einfluss auf die Temperaturentwicklung in der Wohnung oder einem bestimmten Raum haben.

 

2. Verdunstungskälte nutzen

Beim Verdunsten von Wasser entsteht Verdunstungskälte. Unser Körper macht sich dies beim Schwitzen zu Nutze. Auch zum Herunterkühlen eines Raums kann dies genutzt werden. So kann schon ein feuchtes Tuch, das im Raum aufgehängt wird, dazu beitragen, dass die Raumluft abgekühlt wird. Hängt man ein solches Tuch noch vor ein Fenster, um die Wärmestrahlung besser zu reflektieren, kann ein noch größerer Effekt erzielt werden.

Idealerweise benutzt man hierfür Tücher aus dickem Baumwollstoff, denn diese trocknen nicht so schnell wie Polyester und halten die Feuchtigkeit entsprechend länger. Ähnlich, wie man es aus der Sauna kennt, kann auch das Herumschleudern eines feuchten Tuchs im Raum dazu beitragen, die Luft ein Stückweit herunterzukühlen. Einen starken Effekt können beispielsweise auch feuchte Socken haben. Trägt man im Sommer in der Wohnung feuchte Socken, werden die Füße deutlich kühler gehalten, was zu einem Herabsenken der Hauttemperatur führt. Wer nicht mit Tüchern oder nassen Socken arbeiten möchte, kann auch einen Eimer mit Eiswasser in der Wohnung aufstellen. Auch dies wird einen positiven Effekt haben.

 

3. Machen Sie sich reflektierende Farben zu Nutze

Helle Farben reflektiere die Sonne deutlich stärker als dunklere Farben, was dazu führt, dass sich ein hell tapezierter Raum entsprechend auch nicht so stark aufheizt, wie ein Raum, der in dunkleren Farbtönen gestaltet ist. Dies trifft auch auf Möbel zu. Je heller ein Raum gestaltet ist, desto langsamer heizt er sich von innen heraus auf. Es macht entsprechend einen großen Unterschied, ob ich dunkle Vorhänge nutze, um die Fenster zu verschließen und Strahlungswärme abzuhalten oder ob ich helle Vorhänge dafür nutze. Gleiches gilt auch für Jalousien und Rollläden.

 

4. Fenster und Rollläden nutzen

A propos: Rollläden können hervorragend dazu genutzt werden, die Wärme aus dem Raum zu halten. Der erste Reflex bei hohen Temperaturen ist häufig, die Fenster und Türen zu öffnen, doch das ist häufig kontraproduktiv, denn durch das Lüften kommt die warme Luft überhaupt erst von außen in den Raum. Wenn man bereits nach Sonnenaufgang Fenster schließt, Jalousien zuzieht oder Rollläden herunterlässt, hat es die Wärme deutlich schwerer, überhaupt erst in den Raum zu gelangen. Dieser Effekt ist besonders stark bei nach Süden ausgerichteten Räumen.

Durchlüften sollte man erst nach Sonnenuntergang. An warmen Sommertagen können Fenster dann auch die Nach über offen bleiben. Insbesondere in Schlafzimmern lohnt es sich, den ganzen Tag über Jalousien und Fenster geschlossen und Schränke offen zu halten, denn auch in diesen kann sich Wärme stauen, die dann über die Nacht hinweg wieder abgegeben wird.

 

5. Ventilatoren für eine kühle Brise

Der Klassiker bei den Alternativen zur Klimaanlage ist natürlich der Ventilator. Durch den Luftstrom wird stehende Luft besser verteilt, Feuchtigkeit kann besser verdunsten, wodurch mehr Verdunstungskälte entsteht und beim Schwitzen wirkt ein Luftstrom angenehm kühlend.

Ähnlich wie auch bei Klimaanlagen sollte man aber nicht direkt im Luftstrom des Ventilators sitzen, denn hierdurch können ebenfalls Beschwerden entstehen. Im Gegensatz zu einer Klimaanlage kühlt ein Ventilator die Luft aber nicht herunter. Es entsteht lediglich ein kühlender Eindruck, wenn der Luftstrom auf Schweiß auf der Haut trifft. Außerdem können auch Ventilatoren beim Schlafen stören und sich dahingehend wiederum negativ auswirken. Ventilatoren sind also ein gutes Hilfsmittel, günstig und praktisch in der Anwendung, sind aber nicht in allen Fällen ideal.

Welche Maßnahmen können zusätzlich zum Kühlen genutzt werden?

Neben den oben genannten Maßnahmen ist es beispielsweise auch sehr hilfreich, die eigene Körpertemperatur zu senken. Hierzu können die bereits erwähnten nassen Socken einen Beitrag leisten, aber auch ein feuchtes Tuch auf dem Nacken kann wahre Wunder bewirken. Viel Trinken sorgt zudem für einen Flüssigkeitsausgleich, denn beim Schwitzen verliert man viel Wasser.

Übrigens ist es auch im Sommer sinnvoll, warme Getränke zu sich zu nehmen, denn wenn man sehr kalte Getränke trinkt, muss der Körper Energie aufwenden, um sie aufzuwärmen. Dies kann zu einem wärmenden statt eines kühlenden Effekts führen, auch wenn es sich im ersten Moment erfrischender anfühlt, etwas Kaltes zu trinken.

 

Fazit

Klimaanlagen versprechen schnell kühle Luft und ermöglichen es, einen Raum effektiv herunterzukühlen. Sie sind aber häufig recht teuer in der Anschaffung und haben auch ihre Nachteile. Gleiches gilt für Ventilatoren, die einen kühlenden Effekt bringen.

Mit entsprechenden Gegenmaßnahmen kann man jedoch auch ohne Klimaanlage für eine deutliche Reduzierung der Raumtemperatur im Sommer sorgen. Es lohnt sich, große Elektrogeräte nicht zu betreiben, Fenster während des Tages geschlossen zu halten sowie mit hellen Farben zu arbeiten und Verdunstungskälte effektiv zu nutzen. Dies kühlt zwar den Raum nicht direkt herunter, sorgt aber für ein langsameres Aufheizen, ist kostengünstig und hat keinerlei Nebenwirkungen, was man von einer Klimaanlage nicht immer behaupten kann.

Bevor Sie sich eine Klimaanlage zulegen, sollten Sie sich alleine aus ökologischen Gesichtspunkten heraus vorher überlegen, ob es nicht auch ohne Klimaanlage geht, wenn man sein Verhalten ein wenig den Temperaturen anpasst. Feuchte Tücher auf dem Nacken, feuchte Socken sowie das Trinken warmer statt kalter Getränke führen zu einem zusätzlichen positiven Effekt. Auch die Kombination aus mehreren Methoden kann für eine Verbesserung führen – hier sei insbesondere ein feuchtes Tuch direkt vor dem Ventilator als gute Maßnahme erwähnt.

Darüber hinaus sollte man sich der Tatsache bewusst sein, dass eine Klimaanlage stets auch eine Belastung für die Umwelt darstellt. Entsprechend ist es auch aus ökologischer Sicht absolut empfehlenswert, auf eine Klimaanlage zu verzichten.

 

 

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Elio S.
Elio S.
5 months ago

Gut geschrieben, danke für den Artikel.